Die Sache mit McGyver

Der Satz "Ich habe gestern McGyver gespielt." löste neulich am Küchentisch bei mindestens 2 der anwesenden Familienmitglieder fragende Blicke aus. Kind1 konnte sich als erstes nicht zurückhalten und sorgte mit der Frage "Ist das ein neues Videospiel?" für große Heiterkeit. Man kann es ihm nicht verübeln. Woher sollte er es auch wissen.

Wie es zu den McGyverschen Aktivitäten kam:

Die Kinder haben es nicht leicht in den Herbstferien. Kind2 und Kind3 sind krank bzw. fast gesund, aber sicher noch infektiös. Alle Freundes-Verabredungen mussten abgesagt werden. Zuhause rumhängen ist angesagt. Kind 1 dagegen genießt die Ferien. Ausschlafen bis um 12 Uhr, am gedeckten Mittagstisch Energie holen und dann stundenlang auf Smartphone bzw. PC rumhacken. Alternativ am Nachmittag Freunde besuchen und dort stundenlang auf Smartphones bzw. PC rumhacken.
Kind2 und Kind3 können sich miteinander auch gut beschäftigen, mit und ohne Mama - auch stundenlang - ohne dass nennenswerte Geräusche aus dem Kinderzimmer dringen. Doch die kleinen Körper brauchen Bewegung und so beginnt meist irgendwann eine Rumtoberei durch die Wohnung und endet üblichweise mit einem kaputtgegangenen Gegenstand.

Dann ist "Kinder lüften" angesagt!

Wenn ich mich an die eigene Kindheit zurückerinnere, war Spazierengehen immer ein Horror für mich - stinkelangweilig und doof! Aber da muss wohl jedes Kind durch, so auch unsere. Um das ganze ein bisschen interessanter zu machen, versuche ich sie mit Pilze sammeln zu locken, Waldbuch mitnehmen und auf Entdeckungsreise gehen oder Geocachen. Zieht meist aber trotzdem nicht so richtig.

Zugegebenermaßen teilt keiner meiner Familienmitglieder meine Begeisterung für's Geocachen. Immerhin kann ich die Kinder mit sanftem Druck bewegen, doch immer mal wieder mitzukommen. Bäckerteilchen und eine Tüte Gummibärchen in meinem Rucksack reichen als Wegzehrung für ein paar (bis zu 5) Kilometer im Außengelände und immerhin gibt's am Ende Gummibärchen und einen "Schatz", aus dem man sich etwas (Kinderspielzeugmüll) aussuchen darf. Dass ich den Müll vom letzten Fund heimlich als Tauschobjekte wieder reinlege, merkt keiner.

Damit es diesesmal keine böse Überraschung (=zu kleine Dose für Spielsachen) gibt, habe ich uns einen Kinder-Cache ausgesucht, mit extra großer Dose, vielen guten Bewertungen und nicht all zu langer Wegstrecke, so dass es auch nicht zu langweilig wird. Eine Menge Utensilien mussten wir mitnehmen, ich packte alles ein und los ging's.

Im Feld angekommen, waren die Kinder bester Laune. In der Tat gab es unterwegs einiges zu entdecken, wir fanden recht schnell alle Zwischenstationen und lösten mit Hilfe der mitgebrachten Accessoires die kleinen Aufgaben. Jeder durfte mal ran, jeder hat was gefunden. Alles super!
Aber dann...gab es in einer Station nur weiße Zettel. Etwas ratlos durchleuchteten wir einen mit weißem und blauen Licht. Half aber nix. Der Blick auf den Hinweis ließ mich schlucken. "Ein Tropfen Öl" stand dort. Mist, das hatte ich vergessen.

Die Optionen:

  • Zurück zum Auto und Motoröl abzapfen (zu weit, nicht kinderkompatibel)
  • Zum nahegelegenen Obst pflückenden Bauern mit Traktor und ihn um Motoröl aus seinem Gefährt fragen (würde lange irrational-wirkende Erklärung nach sich ziehen)
  • Taschen und Rucksäcke leeren und schauen, ob doch zufällig was dabei ist (unwahrscheinlich)

Mangels Alternativen entschied ich mich für die 3. Option. Alles mögliche hatten wir dabei, aber natürlich nix mit Öl. Die Kinder meckerten schon und verlangten was zu Essen. Während ich also den Kindern die Bäckertüte übergab, die Kleinteile wieder zusammenpackte und mich über die absurde Idee ärgerte, McGyver-mäßig die Situation lösen zu können, verkündigte ich den Kindern den Abbruch des Cacherabenteuers. Keine Finaldose, kein Schatz. Traurige Gesichter. Ab nach Hause.

Und plötzlich McGyverte es doch noch! Bäckerteilchen sind FETTIG! - Und keine Bäckerteilchen sind so fettig, wie die Lattenkracher (Knusperstangen) von Schäfers Backstube, von denen wir gleich 2 Exemplare dabei hatten!

Ich entdrehte also eine Stange und drückte das Papier in die unknusprigen Stellen des Teiges. Langsam, aber sicher kamen Buchstaben und Zahlen zum Vorschein. Kind3 mampfte das andere teilchen und Kind 2 starrte mich mit aufgerissenen Augen an. "Klappt doch, hier kannst du gleich essen - die Stange, nicht das Papier" grinste ich.

Station doch noch geschafft, Abenteuer kann weitergehen! Ging's auch, bis zum Schluss und dort fanden wir eine mega-große, sehr tolle Schatzkiste!


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